SQL Server Analysis Services (SSAS) vs. PowerBI

Thomas Dierl - 09.12.2020

SQL Server Analysis Services (SSAS) vs. PowerBI

Bei SSAS und PowerBI handelt es sich um verschiedene Möglichkeiten, Daten mit Hilfe eines Cubes auszuwerten. Dabei verwenden beide Tools seit der SQL Server Version 2017 dieselbe Engine im Hintergrund. In Zielgruppen und Aufgaben unterscheiden sich SSAS und Power BI allerdings wesentlich. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche der beiden Anwendungen besser zu Ihren Anforderungen passt.

SSAS (SQL Server Analysis Services)

Der SSAS kommt dann als Server zum Einsatz, wenn viele User darauf zugreifen sollen. Dabei werden die Daten zentral mittels ETL-Schritten geladen und die Measures (Ergebniswerte) direkt auf den Server berechnet. So lassen sich die notwendigen Ressourcen einfach zentralisieren.

Das Hinzufügen von neuen Measures ist allerdings weniger einfach. Es benötigt einen Administrator, der diese über die Oberfläche “Visual Studio” mit Data Tools einbaut. Im Anschluss verteilt er sie. Darüber hinaus erfolgt die Aktualisierung der Daten am Server nur, wenn diese zuvor eingerichtet wurde. Änderungen und Aktualisierungen am SSAS sind demnach etwas kompliziert.

Viele verschiedene Technologien unterstützen das Erstellen von Berichten auf Basis des SSAS Cubes. Dazu zählen u.a.:

  • Excel
  • PowerBI Desktop
  • Reporting Server

Wesentlich dabei ist, dass alle Berichte auf dieselben Daten (eine Wahrheit) zugreifen.

Vorteile von SSAS

  • Zentrale Ressourcen / Self Hosting
  • Viele User möglich
  • Verschiedenen Clients möglich
  • Daten bleiben im Unternehmen

Nachteile von SSAS

  • Bearbeitung nur mittels Visual Studio möglich
  • Aktualisierung nur durch Administrator oder nach Zeitplan (wenn eingerichtet)
  • Eigene Ressourcen notwendig

PowerBI Desktop

Über den PowerBI Desktop Client erstellt der User einen Cube lokal auf seinem PC. Dort wertet er Daten aus einer oder mehrerer Quellen aus. Da dies nur auf dem PC des Users geschieht, sollte der Rechner über ausreichend Ressourcen verfügen.

Der Vorteil von Power BI ist, dass der User die notwendigen Verknüpfungen und Measures lokal selbst definieren und schnell anpassen kann. Allerdings stehen die Daten nur dem User selbst zur Verfügung. Möchte er seine Berichte teilen, gibt es zwei Möglichkeiten.

Optionen zum Teilen von Berichten in PowerBI

  • PowerBI Datei inklusive der erstellten Berichte und ETL Schritte (.pbix) verteilen
  • über die Microsoft PowerBI Cloud Services

Damit die Aktualisierung der Daten funktioniert, sollte in beiden Fällen eines sichergestellt sein: der User bzw. die Cloud hat Zugriff auf die Datenquellen.

Die Cloud ist deshalb empfehlenswert, weil die geteilten Daten für alle User gleich aussehen und vor Veränderungen durch die User geschützt sind. Zudem hat jeder stets den aktuellen Stand.

Gut zu wissen

Power BI kann als Datenquelle auch einen SSAS nutzen. In dem Fall sind keine Veränderungen mehr am Datenmodell im SSAS Cube über Power BI Desktop möglich. Allerdings lassen sich neue Measures lokal im Power BI Desktop definieren.

Vorteile von Power BI Desktop

  • Benutzer kann Änderungen selbst vornehmen (Self-Service BI)
  • SSAS als Datenquelle möglich
  • kein eigener Server notwendig –> damit eigener Betrieb und Administration hinfällig
  • mehr Funktionen als im SSAS, wie z.B. Query and Answer Services

Nachteile von Power BI Desktop

  • lokale Ressourcen notwendig
  • ohne Cloud nur für Single User Betrieb geeignet –> Verteilung der Berichte ist kompliziert

SSAS oder PowerBI Desktop? Conclusio

Welche der beiden Technologien nun besser zu Ihrem Unternehmen passt, ist von Ihren Anforderungen und Rahmenbedingungen abhängig.

  • für einmalige oder Ad-Hoc Berichte –> PowerBI Desktop Client

  • für Standardberichte, die für viele User zugänglich sein sollen bzw. die Daten das Unternehmen nicht verlassen sollen –> SSAS